Was man wissen sollte...

Der Typ 81/85 ist im Grunde genommen ein robustes und zuverlässiges Auto. Wie die meisten Fahrzeuge der 70er und frühen 80er Jahre haben auch die Karosserien früher Typ 81/85 eine Neigung zu Korrosionsschäden. Nach 1982 und vor allem die ab 1984 gebauten Facelift-Typ 81/85 weisen eine bedeutend bessere Rostvorsorge auf als die frühen Exemplare. Entgegen vielfacher Behauptungen ist der Typ 81/85 NICHT vollverzinkt, auch nicht die späten Exemplare.

Audi 90 Typ 81 Schnittzeichnung

Das Blech

1. Kotflügel / Kotflügelaufnahmen

Rost gibt es beim Typ 81/85 an den allgemein typischen Stellen. Ab August 1983 wurden serienmäßig in den vorderen Radkästen Innenkotflügel aus Kunststoff verbaut. Somit sind Schwachpunkte früher Modelle - Kotflügel, Kotflügelaufnahmen, der vordere Bereich der Schweller und A-Säule - im Bereich des Vorderwagens deutlich weniger von Lochfraß betroffen. Was aber nicht heißt, dass man diesen Bereich nicht trotzdem checken sollte. Der Kantenrost der frühen Modelle ist bei späten Exemplaren deutlich reduziert. Insbesondere an der Innenseite der Motorhabe im vorderen Bereich war bei den Baujahren 1978 bis 81 die „braune Pest“ zu finden.

2. Spritzwand

Späte Exemplare mit Fünfzylindermotor besitzen eine hydraulische Kupplung. An der Spritzwand im Motorraum sitzt der Geberzylinder. Im Laufe der Jahre ermüdet das Blech oft und es bildet sich ein Riss in der Spritzwand. Durch diese Ermüdungserscheinungen können auch Schwierigkeiten bei der Kupplungsbetätigung entstehen.

3. Windschutzscheibenrahmen

Ein wichtiger Checkpoint bei allen Typ 81/85 ist der Rahmen um die Windschutzscheibe. In den Ecken sammelt sich unter der Dichtung Feuchtigkeit, die das Blech im Verborgenen oxydieren lässt. Sieht man von außen bereits erste Bläschen, ist der Rahmen in der Regel schon durch. Aber selbst wenn äußerlich nichts zu erkennen ist, gammelt es unter der Dichtung oft schon. Es lohnt sich also, die Dichtung in den Ecken etwas Anzug´heben, um mal darunter zu sehen. Eine Reparatur in dem Bereich ist aufwendig, da an der Stelle drei Bleche zusammenstoßen.

4. Schiebedach / A-Säule

Bei geöffneten Vordertüren sollte man einen Blick auf die A-Säulen werfen. Bei Fahrzeugen mit Schiebedach können die Abläufe verstopft oder defekt sein und hier für ein Feuchtbiotop sorgen. Zudem sollte man dann auch gleich mal das Schiebedach öffnen und auf Funktion und Leichtgängigkeit testen. Wenn dann bei einem Blick hin den Schiebedachrahmen keine Bläschen zu sehen sind,ist hier schon mal alles in Ordnung. Selten und meist nur bei extrem ungepflegten Limousinen rosten die C-Säulen im Bereich der kleinen Blende für die Zwangsentlüftung.

5. Wagenheberaufnahmen, Schweller und Türen

Die Türunterkanten sollte man wie bei allen Fahrzeugbegutachtungen checken, ebenso wie die Schweller. Beim Audi 90 und den Facelift-Coupés ist das allerdings nicht so einfach, da sie unter lackierten Kunststoffverbreiterungen versteckt sind - die wenigsten Fahrzeugverkäufer werden Verständnis haben, wenn man diesen Bereich bei der Begutachtung zerlegt. Allerdings sind die Schweller durch die Kunststoffabdeckungen auch wesentlich besser gegen Spritzwasser geschützt. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten - bei den Modellen mit Schwellenverkleidungen sollte man auf jeden Fall den Bereich um die Wagenheberaufnahmen begutachten! Diese bestehen aus aufgeschraubten und verklebten Kunststoffblöcken. Das Blech darunter ist ungeschützt - und rostet gut und gerne!

Korrosion A-Säule

A-Säulen korrodieren gelegentlich durch verstopfte Schiebedachabläufe.

Korrosion Windschutzscheibenrahmen

Der Klassiker bei VW und Audi aus den 70er/80er Jahren: Unter der Windschutzscheibendichtung zersetzt der Rost das Blech im Verborgenen. Hier sah man von außen noch nichts.

Rost unter Kofferraumdichtung

Häufig findet man Rost unter der Kofferraumdichtung. Diese ist nur aufgesteckt und schnell zur Überprüfung demontiert.


6. Radläufe hinten

Die hinteren Radläufe korrodieren gerne durch beginnenden Kantenrost - oder durch Parkrempler, die insbesondere bei Fahrzeugen mit älteren Vorbesitzern häufiger anzutreffen sind. Bei den Audis ab Modelljahr 1986 wurde übrigens im unteren Bereich eine Steinschlag-Schutzfolie aufgeklebt. Fehlt diese, ist das Fahrzeug entweder älter oder es wurde möglicherweise schon mal nachlackiert.

7. Kofferraumboden

Das Heckblech sollte wegen eventueller Vorschäden überprüft werden. Auf dem Steg zwischen Rückleuchten und Stoßstangen sind links und rechts am Übergang zu den Seitenteilen Sicken - fehlen diese, wurde schon mal nachgearbeitet. Der Kofferraumboden ist einer der Schwachpunkte des Typ 81. Es dürfte kaum Exemplare geben, die hier keine Korrosion haben. Insbesondere der Bereich um die Abschleppöse ist betroffen. In Extremfällen rostet diese sogar komplett ab! Die Feuchtigkeit tritt meist durch nicht ordentlich abgedichtete Rückleuchten ein, auch poröse Schloßdichtungen und plattgedrückte Deckeldichtungen begünstigen Feuchtigkeitseinbruch. Wenn dann noch die originale Antenne durch ein mehr schlecht als recht passendes Baumarkt-Exemplar ersetzt wurde, ist das Dauer-Feuchtbiotop unter der Kofferraumverkleidung komplett, unter der Nässe kaum je die Chance hat, zu trocknen. Diese Verkleidung kann übrigens nicht "mal eben" kurzfristig herausgenommen werden, sondern bedarf der sachgerechten Demontage. Ein Blick unter die Dichtung des Kofferraumdeckels lohnt sich auch - gerade im Bereich um das Schloss gammelt es hier schon mal. Bei den an der Karosserie verschraubten Edelstahlzierleisten auf den Stoßstangen kann es gelegentlich zu Kontaktkorrosion kommen.

8. Frontblech

Das ebenfalls recht weiche Frontblech neigt - genau wie sein hinteres Penant - dazu, sich schon bei leichtem Feindkontakt zu verziehen oder häßliche Knicke zu bilden, wo sich durch abgeplatzten Lack der Rost breitmachen kann. Da das Frontblech mit der Karosserie verschweißt ist, ist der Austausch nur etwas für erfahrene Schrauber. Bei Ersatz ist darüber hinaus zu beachten, daß die Vier- und Fünfzylinderversionen des B2 unterschiedliche Frontbleche aufweisen!

9. Stoßfänger

Die wuchtigen Front- & Heckschürzen des 90ers und der späten Coupés verfügen unter der von außen sichtbaren Kunststoffhülle über einen Grundträger aus GFK. Auch dieser nimmt bereits kleinste Anrempler übel und neigt zu Brüchen. Die Abstände von Stoßstangenvordekante zu den umlaufenden Edelstahlleisten sollten geprüft werden. Ungleiche Abstände deuten auf frühere Feindberührung hin, da die Zierleisten direkt an der Karosserie befestigt sind. Vorsicht ist beim Ersatzteilkauf dennoch angebracht: das Audi Coupé war ab Werk auch als Vierzylinder verfügbar; dessen Frontschürze incl. der unteren, dreiteiligen Grill-Einsätze sehen denen der Fünfzylinder sehr ähnlich, passen aber nicht.

Korrosion Kofferraumboden

Unter der Kunststoffverkleidung des Kofferraums gammelt es gern im verborgenen.

Korrosion Abschleppöse

Im schlimmsten Fall fault die Abschleppöse einfach ab.

Zerkratzte Stoßstange

Durch Parkrempler zerkratzte Stoßstangen sind ärgerlich. Neuteile gibt es nicht mehr.


Motor, Getriebe & Fahrwerk

10. Motor

Die Vierzylinder-Motoren des Typ 81/85 basieren auf den aus zahlreichen VW-Modellen wie Golf, Passat, Santana bekannten Motoren. Im Allgemeinen gelten die Triebwerke als recht robust und anspruchslos. Aufgrund der großen Konzernverwandtschaft sind Ersatzteile meist ohne Probleme und recht günstig verfügbar.

Der Fünfzylinder-Motor ist gilt als anspruchslos und robust. Laufleistungen weit jenseits der 300000 km sind bei guter Pflege kein Problem. Bei höheren Laufleistungen ist der Motor jedoch für seinen mitunter großen Öldurst berüchtigt. 1 Liter auf 1000 km gilt als noch hinnehmbar. Sollte sich unter das typische Fünfzylinderblubbern ein Klappern im Leerlauf mischen, deutet dies meist auf defekte Hydrostößel hin. Nach längeren Standzeiten kann dieses Geräusch ebenfalls auftreten; es sollte jedoch nach einer kurzen Warmlaufphase vorbei sein, wenn die Stößel wieder ausreichend mit Öl versorgt sind.

Der Fünfzylinder ist wegen seiner Einbaulage ein "heißer" Motor. Die Temperatur steigt schnell an und das hoffentlich ordentlich arbeitende Kühlsystem und der Ventilator sind ziemlich beschäftigt, sie auf einem erträglichem Niveau zu halten. Einen Blick sollte man auf die Zylinderkopfdichtung haben - Wasser im Öl oder Öl im Wasser sind die bekannten Merkmale. Ölverlust am oberen Motorblock deutet auf eine defekte Ventildeckeldichtung hin.

Insbesondere bei den Quattro-Modellen mit dem dreiflutigen Abgaskrümmer bilden sich häufig Risse. Leider gibt es hier keinen Ersatz mehr von Audi und rissfreie oder instandgesetzte dreiflutige Krümmer sind als Tuningmaßnahme wegen des besseren Klangs beliebt und gesucht - und teuer.

Die Kraftstoffmengenteiler der Bosch K-/KE-Jetronic sind in der Regel unauffällig. Lange Standzeiten nehmen sie allerdings übel. Durch verharzte Kraftstoffrückstände oder Wasseranteile im Kraftstoff kann sich der Steuerkolben festsetzen oder die abdichtende Stahlmembran zwischen Ober- und Unterteil auflösen. Bosch bietet Überholungen an, die Preise dafür bewegen sich jedoch im vierstelligen Bereich.

Fünfzylinder-Motor

Die begehrten Fünfzylindermotoren gelten als robust und langlebig - entsprechende Pflege vorausgesetzt.

Mengenteilen K-Jetronic

Die Bosch K-Jetronik ist ein Wunderwerk der Präzision und nimmt längere Standzeiten übel.

Gummilager Pedal

Die Gummilager des Gaspedals lösen sich im Alter auf - auf jeden Fall sollte man den Zustand prüfen und die Teile vorsorglich tauschen.

11. Getriebe

Das Audi-Fünfganggetriebe der Typ-81/85-Reihe war schon vom Werk ab immer ein wenig hakelig (besonders zwischen erstem und zweitem Gang und beim Einlegen des Rückwärtsganges), gilt aber allgemein als unproblematisch.

Automatikgetriebe sollten in jedem Fall bei einer Probefahrt auf einwandfreie Funktion und eventuelle Nebengeräusche überprüft werden. Audi schreibt einen regelmäßigen Wechsel (ca. alle 60 Tkm) der ATF (Automatic Transmission Fluid) vor. Dies sollte immer komplett, also inklusive Sieb und dem Öl im Wandler, gemacht werden. Es sollte unbedingt ATFII verwendet werden; dies erkennt man an der roten Farbe. Gerne wird in den Werkstätten stattdessen ATFIII (gelb) der neueren Getriebe benutzt - dies führt jedoch zu Undichtigkeiten! Leider wurde diese Wartungsintervalle oft „vergessen“ und viele Automatikgetriebe hat dadurch der Tod ereilt.

Bei Quattro-Modellen sollte geprüft werden, ob sich die Differentialsperren ein- und abschalten lassen. Falls das nicht gehen sollte, ist das Unterdrucksystem undicht. Meist hat sich dann eine der beiden Unterdruckdosen verabschiedet. Das Mittellager der Kardanwelle neigt im Alter zur Ermüdung, was zur folge hat, dass die Kardanwelle bei härteren Schaltvorgängen ruckt. Am Hinterachsdifferential kann es schon mal durch einen defekten Simmering zu Ölfeuchte kommen.

12. Fahrwerk

Die vorderen Stoßdämpfer leiden mitunter unter dem hohen Gewicht des Fünfzylinder-Motors und verschleissen entsprechend. Eine "trampelnde" Fahrweise kündigt verschlissene Querlenker-Gummilager an, polternde Geräusche werden verursacht durch die Domlager, die ebenfalls gerne den Dienst quittieren. Die Gummilager des Fahrschemels sollten sowieso nach über 30 Jahren im Einsatz erneuert werden, wenn es noch die ersten sein sollten. Gummi altert auch unabhängig von der Fahrleistung und härtet aus. Eine Überholung lohnt sich also und wird mit einem ruhigen und angenehmeren Fahrkomfort belohnt.

13. Pedalerie

Eine bekannte und nicht ganz ungefährliche Schwachstelle beim B2 ist die Buchse des Tilgergewichts/Gaszugs. Dieses Teil ist nach 30 Jahren entweder kurz vorm Zerbröseln - oder bereits neu; man sollte es auf jeden Fall schnellstmöglich prüfen und ggf. ersetzen! Die Buchse sitzt am oberen Ende des Gaspedals und besteht aus Moosgummi, welches die unangenehme Eigenschaft hat, sich über die Jahre in klebrige Brösel zu verwandeln. Dies ist keine Frage der Laufleistung, sondern des Alters! Im ungünstigsten Fall rutscht das Ende des Gaszuges während der Fahrt aus der Öse des Gaspedals - das dann haltlos aufs Bodenblech fällt, respektive der Motor in den Leerlauf.

Audi 80 Typ 81 Schnittzeichnung


Zierteile, Beleuchtung & Interieur

14. Beleuchtung

Die normalen Scheinwerfer der Audi-80-Modelle sind recht unproblematisch. Selten und gesucht sind die kleinen Doppelscheinwerfer samt Chromblenden, wie sie in den frühen Coupé der Modelljahre 1981 und 1982 verbaut wurden.

Die Halogen-Doppelscheinwerfer des Audi 80 Quattro 5E / Audi 90 /Coupé geben eine hervorragende Ausleuchtung der Straße. Leider neigen die Reflektoren im Alter zum Erblinden, diese können jedoch z.B. neu beschichtet werden. Tipps und Adressen dazu findet man in den einschlägigen Foren. Ersatzscheinwerfer sind inzwischen gesucht und teuer. Es sind übrigens verschiedene Scheinwerfer verbaut worden: Cibie und Hella; ein Blick auf das Scheinwerferglas verschafft Klarheit. Hinsichtlich der Ersatzteile bekommt man für die Cibie-Version eher etwas bei Audi als für die Hella-Pendants.

Das durchgehende Leuchtenband des 90ers auf der Kofferraumklappe ist meist durch unsachgemäßes "Aufreissen" des Kofferraums gerissen. Neuer Ersatz ist so gut wie nicht mehr zu bekommen, gebrauchte ohne Riss sind ebenfalls sehr selten zu finden. Die Rückleuchten selbst sind unproblematisch - sie sind mit denen des Audi 80 und des Audi 100 Avant identisch.

Eine konstruktive Schwachstelle ist der Kabelbaum für die Elektrik der Heckklappe: durch die Bewegung der Kofferraumdeckels ermüden die Kabel häufig und brechen ganz oder teilweise. Diese Stelle wurde bei vielen Fahrzeugen bereits oft unprofessionell behoben.

15. Zierleisten

Die breiten Kunststoff-Zierleisten der Facelift-Modelle sind auf das Blech aufgeklebt. Man wollte auf Bohrungen für Clips verzichten um Rost vorzubeugen. Und hat sich somit eine neue Problemstelle geschaffen. In den Zierleisten sind Blechstreifen vergossen, die im Alter korrodieren und sich aufwölben. In Extremfällen reisst der Rost den Kunststoff sogar von innen auf. Die Leisten lassen sich nur schwer ohne Verformung demontieren - danach sind sie eigentlich nicht mehr für eine Wiedermontage geeignet. Neue Leisten sind bei Audi bereits vor vielen Jahren entfallen und - wenn noch mal eine auftauchen sollte - wird sie meist mit Gold aufgewogen. Im Forum www.die-urgewalt.de findet zur Zeit (2018) jedoch eine privat initiierte Nachfertigungsaktion statt.

Die Kunststoff-Zierleisten in den Dichtungen der Front- und Heckscheiben werden im Alter matt und schrumpfen durch Einwirkung von UV-Strahlen. Ersatz gibt es leider scho seite Jahren nicht mehr. Wer Glück hat, kann die seltenen verchromten Metalleisten der bis Dezember 1980 gebauten Typ 81 ergattern. Für den Wechsel müssen die Scheiben ausgebaut werden.

Die äußeren Fensterschachtleisten sind bei mittlerweile allen Audis der B2-Baureihe entweder bereits erneuert - oder völlig ausgehärtet. Da sie lange Zeit nicht lieferbar waren und Weglassen keine Option ist, neigen die steinharten Teile dazu, die Seitenscheiben beim hoch- und herunterkurbeln irreparabel zu zerkratzen. Die Leisten sind inzwischen wieder bei Audi Traddition als Reproduktion verfügbar.

Zierleisten

Der Blechstreifen in den Zierleisten quillt mit den Jahren auf - für eine Demontage und spätere Wiedermontage sind die Leisten eigentlich unbrauchbar. Neuteile gibt es nicht mehr.

Seitenwange Fahrersitz

Die Seitenwangen sind insbesondere bei den Sportsitzen durch häufiges "drüberrutschen" aufgescheuert. Solche Schäden an den Velourssitzen sind eher die Ausnahme.

Gerissene Heckblende

Das markante, durchgehende Leuchtenband des Audi 90 bricht häufig durch unsachgemäßes Öffnen des Kofferraums.


16. Das Interieur

Die vorderen Türdichtungen sind oft durch häufiges Ein- und Aussteigen beschädigt. Ersatz ist meist noch zu beschaffen. - Allerdings: Die Türdichtungen des Audi 80 CD5S /CD5E / Audi 90 tragen innen den Veloursstoff der Inneneinrichtung! Klarer Fall, dass man sie beim VW- oder Audihändler meist nicht mehr in der apssenden Farbe bekommt… Apropos Interieur: Die Stoffausstattungen früher L/LS-Modelle werden im Alter unschön, weil sie sich dehnen. Die Karotweed-Ausstattungen des Audi 80 Quattro, des Coupé GT5S / 5E und des Audi 80 GT waren oft schon nach drei bis vier Jahren im Auflösungszustand. Seit einigen Jahren gibt es über Audi Tradition diese Stoffe wieder als Nachfertigung zu kaufen. Die Veloursstoffe der Komfort-Modelle CD5S / Audi 90 neigen unter Sonneneinstrahlung zum Ausbleichen, gerade bei Fahrzeugen ohne die schützende grüne Wärmeschutzverglasung. Hier hat man großes Glück, wenn der Vorbesitzer die Polster unter Schonbezügen versteckt hat. Die Stoff-Sitzbezüge aus Brighton-Gewebe sind leider nicht besonders haltbar und verschleissen gerne im Bereich der Seitenwangen der Sportsitze - bedauerlicherweise gibt es hierfür noch keine Nachfertigung. Bei Leder-Ausstattungen können neben den alterungsbedingten Veränderungen (Das verarbeitete Leder war nicht gerade von Premium-Qualität) schon mal einzelne Nähte aufgehen. Die optional erhältlichen Kunstleder-Ausstattungen gelten als sehr robust. Die Befestigungsösen der vorderen Ablagetaschen an den Türen sind wegen Materialermüdung meist ausgebrochen. Gerissene Armaturentafeln sind bei den Fachlift-Modellen eher die Ausnahme als die Regel - im Gegensatz zu den Baujahren vor 1984.

17. Extras

Alle elektronischen Helferlein sollten auf einwandfreie Funktion getestet werden. Diese Extra-Ausstattungen wurden in Deutschland eher selten bestellt. Ersatzteile seitens Audi gibt es kaum noch und gebraucht bekommt man auch fast nichts mehr… und falls doch: teuer!

Fazit

Die meisten Fahrzeuge der Typ 81/85-Reihe haben inzwischen das Oldtimer-Alter erreicht. In Deutschland sind laut Kraftfahrtbundesamt Stand 2016 noch 7.056 Typ 81/85 zugelassen, die meisten davon wohl in mittelmäßigem bis schlechtem Zustand. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach einem brauchbaren Exemplar, was besonders für die Fünfzylinder-Modelle und erst recht für Fahrzeuge mit Quattro-Antrieb gilt. Gute Autos geringen Laufleistungen sind selten aufzutreiben oder bereits in Liebhaberhand. Die Laufleistung sollte jedoch nicht ausschlaggebend für den Kauf sein, sondern der allgemeine Zustand, speziell der des Blechs.

Beim Kauf sollte man prüfen, ob das Fahrzeug original und komplett ist, da die Suche nach seltenen und gesuchten Teilen langwierig sein kann. Die Historie und die Laufleistung sollten anhand von Rechnungen, Serviceheft u.ä. belegt werden können. Von verbastelten, getunten oder "verheizten" Autos läßt man besser die Finger, da sich ein Neuaufbau in der Regel nicht rechnet. Das bessere Auto ist immer der bessere Kauf.

Die Quattro-Modelle sind besonders selten und begehrt. Im Sog des Ur-Quattros mit Fünfzylinder-Turbomotor wurden auch die Preise der "normalen" Quattro-Vertreter der Baureihe in den letzten Jahren stark nach oben gezogen. Gute Exemplare sind inzwischen nur noch für fünfstellige Beträge zu bekommen.

Im Gegensatz zum Coupé mußten die Limousinen zwar meist nicht alle Tuning-Exzesse der 90er Jahre mitmachen, dafür wurden die Autos, als sie das Alter normaler "Verbrauchtwagen" durchliefen, von Dritt- bis Fünftbesitzern meist wenig geschont und sammelten in dieser Zeit teils erheblichen Wartungsstau an, oft in Verbindung mit vielen "zeitwertgerechten" Reparaturen -sprich: Pfusch. Noch dazu waren die Quattro-Modelle "dank" ihres größeren Durstes und der komplexen Allradtechnik als Gebrauchte zeitweise recht unbeliebt, viele wurden als Winterautos oder Zugfahrzeug "zu Ende" gefahren. Bei den "Brot-und-Butter-80ern" kann man dagegen immer noch gepflegte "Opa-Exemplare" - meist mit Automatik und teilweise mit wenigen km in den einschlägigen Verkaufsbörsen finden.

Die teils schwierige Ersatzteilsituation und vermeintliche Seltenheit mancher Teile hat in den letzten Jahren dazu geführt, daß einige "falsche Fans" vorhandene Teilebestände komplett aufgekauft haben, ohne selbst Bedarf zu haben, um sie dann nach kurzer Zeit "tröpfchenweise" im Internet feilzubieten - natürlich für ein Vielfaches des ursprünglichen Neupreises. Man sollte grundsätzlich skeptisch sein bei Anbietern, die gleich mehrere Teile neu anbieten und diese mit Artikelbeschreibungen versehen, die suggerieren, daß dies die letzte Möglichkeit sei, an ein Teil zu kommen, da es beim Händler angeblich schon längst ersatzlos entfallen sei.

Grundsätzlich sollte man immer zuerst die Ersatzteilnummer des benötigten Bauteils recherchieren, dann diese beim lokalen Audihändler anfragen. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, ist als nächstes die Prüfung bei VW Classic Parts und Audi Tradition angebracht. Hier können Teilenummern auch online recherchiert werden. Auch eine Web-Suche kann manchmal unerwartete, neue Teilequellen oder Alternativen aufzeigen.

Die Versorgung mit Technik-Teilen ist (noch) relativ gut, auch wenn sich der Preis für Original-Audi-Teile auf hohem Niveau bewegt. Viele Teile aus dem Internet & Zubehör locken mit niedrigen Preisen, aber meist miserabler Qualität. Mit etwas Suche & Support aus den einschlägigen Foren & Clubs finden sich aber auch Alternativen in guter Qualität.


Hilfreiche Links

  • typ8185ig.de
  • Die Typ 81/85 Interessengemeinschaft mit informativer Website und Wissensdatenbank

  • www.die-urgewalt.de
  • Das größte Forum zum Typ 81/85 - hier werden Sie geholfen! :-)

  • trshop.audi.de
  • Der Online-Shop der Audi Tradition - für den Fall, dass der Audi-Händler nicht mehr weiterhelfen kann

  • www.vw-classicparts.de
  • Der freundliche Teiledienst mit Online-Abfrage für alte VW- und Audi-Teile


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